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Roadtrip: Alleinreisen mit dem Wohnmobil / Van in Slowenien

Campingplatz Kamp Koren Slowenien Soca
Camping Saksida Slowenien Wohnmobil Van
Campingplatz Kamp Koren Slowenien Soca
Campingplatz Kamp Koren Slowenien Soca
Camping Saksida Slowenien Wohnmobil Van
Camping Soca Slowenien Camp Klin
Campingplatz Bohinj See Slowenien Wohnmobil
Camping Saksida Slowenien Wohnmobil Van
Campingplatz Slowenien Klin Soca Van Wohnmobil
Camping Soca Slowenien Camp Klin
Campingplatz Slowenien Klin Soca Van Wohnmobil

3 Wochen, 1.400 km, 2 mal durch den Westen Sloweniens

Glück ist der Zustand
des still lachenden
Eins-Seins mit der Welt.”

(Hermann Hesse)

Deutschland -> Österreich -> Wurzenpass & Vrsic-Pass -> Slowenien/Trenta -> Soca-Tal -> Brda-Gegend -> Karst -> Slowenische Riviera -> Piran & Portoroz -> und wieder zurück -> Bohinj-See -> Kranjska Gora -> Vrsic-Pass & Wurzenpass -> Österreich -> Deutschland

Slowenien ist meine gefühlte zweite Heimat – zumindest das Soca-Tal. Perfekt für kurze Auszeiten in meinem Wohnmobil: auf, im und neben dem Wasser. Rund um Bovec fühle ich mich so wohl und geborgen, dass ich irgendwie dauernd hier bin (vor allem zum Paddeln) .

Jetzt war es an der Zeit, um auch den Rest des Westens in Slowenien zu entdecken. Mit Franz cruise ich gemütlich von Nord nach Süd – immer nahe der italienischen Grenze – und zurück. Von hohen Bergen, über die Hügellandschaft bis ans Meer.

Ich sehe eine unfassbar umfangreiche Palette aus Leuchtgrün, Smaragdgrün, Knallgrün. Zieht man ein bißchen Sonnengelb aus den Tönen erhält man Nuancen bis Tiefblau, Türkis und Strahlendblau – der Hammer an Leuchtkraft! 

Mein Reisetipp für alle, die SLOWenisch relaxed unterwegs sind und die Natur mit tollen Campingplätzen kombinieren wollen. Wenn Dir dann noch Fahrspaß auf gut ausgebauten Strecken durch viel Farbe liegt: Hinfahren!

Tag 1: München -> Wurzen-Pass -> Vrsic-Pass -> Soca-Tal

Song des Tages

Meister Lampe – Can’t Take it No More

Campingplatz des Tages

Slowenien Vignette online

Auf dieser Tour möchte ich mir mal Zeit lassen, mich langsam bewegen, mir viel ansehen, einfach SLOWenien. (Spitzen Wortspiel!)

Als perfekten Einstieg wähle ich den anstrengenderen, aber fahrtechnisch schöneren Weg über den „Wurzenpass“. Direkt hinter Villach ist der Abzweig gut ausgeschildert – gleichzeitig warnen große Tafeln, dass diese Strecke über viele Kilometer mit bis zu 18% Steigung wartet, die größeren Mobilen und Gespannen nicht empfohlen und nicht erlaubt ist. (Diese kommen über den leicht zu fahrenden „Predilpass“ von Italien aus nach Bovec.)

Wurzenpass

Und der Pass zeigt gleich zu Beginn, was er kann: schon nach ein paar Metern muss ich in den ersten Gang zurückschalten und stelle sogleich das (wahrscheinlich extrem nervige) Hindernis für die nachfolgenden Sportwagen dar. Ich habe nicht daran gedacht, dass Wochenende ist und diese Strecke damit für „Sonntags-Fahrer“ als Ausflugsziel prädestiniert ist… Tja: alle schnelleren müssen sich gedulden, bis ich immer wieder an den Rand fahren und sie vorbeiwinken kann – was sich nicht oft wiederholt, denn auf dieser Steigung den Kasten zu stoppen, um dann neu anzufahren, ist eine Herausforderung. Ein Flachländer (Belgier) sitzt mit hochrotem Kopf in seinem Kleinwagen und müht sich, los zu kommen, würgt immer wieder ab… Im vorbei „heizen“ (in Schrittgeschwindigkeit) kann ich ihn in seiner Verzweiflung beobachten und sehe zugleich, wie ihm der hinter mir kriechende Österreicher zur Hilfe kommt. Ich genieße die Kehren, den Wald, die Langsamkeit, ich grinse breit und lasse mich in Ruhe von Franz hoch tragen. Immer mit Blick auf seine Temperaturanzeige und mit vielen lobenden Worten.

Erste Pause: Bunkermuseum

Um meinem Van eine Pause zu gönnen und weil ich einfach neugierig bin, mache ich Stopp beim „Bunkermuseum“. Der kleine, steile Fußmarsch zum Eingang tut mir gut und Franz darf derweil im Schatten abkühlen. Ich bin echt überrascht: im abgelegenen Wald hat der Privatmann Mag. phil. Andreas Scherer die (in den 60ger Jahren erbaute) Stellungsanlage des kalten Krieges (in der er selbst stationiert war) erhalten. Ich lasse mir vom netten Kassenmann (7,50 Euro Eintritt für Erwachsene) ganz viel erklären, betrachte im Museumsshop wieder einmal kopfschüttelnd die angebotenen Kriegsspielzeuge und originalen Atemschutzmasken, Helme, Spaten, Munitionskisten… wer kauft etwas, das mit Tod, Leid und Angst zu tun hat? Auch wenn es, wie ich höre, nur um Technik-Faszination und Sammelspaß zu tun haben soll… Ich betrete schaudernd die erhaltenen Bunker, folge dem Schützengraben, sehe die Geschütze und bekomme Gänsehaut vor Grusel, als ich mich in einen Panzer setze. Im Gästebuch bedanke ich mich für „Geschichtsunterricht in Farbe“ und zünde im Geister eine Menge Kerzen mit der Bitte um Frieden an…

Im wirklich netten Ort Kranjska Gora gönne ich mir einen Blick ins Zentrum: wandern und radeln stehen hier ganz oben auf dem Plan. Sieht schön aus und fast bleibe ich hier. Das „Camping verboten“-Schild auf dem von der App Park4Night angezeigten Stellplatz würde mich nicht hindern, aber ich will zum „meinem Fluss“ und zum Paddelcamp.

Der Jasna See ist unbedingt eine Pause wert

Einige steile Kurven später treffe auf den Jasna See und bin völlig erstaunt, wie belebt diese eigentlich weit entfernte Ecke ist. Das letzte Mal (vor 5 Jahren) war hier eine verfallene Wirtschaft und vereinzelte Wanderer beim Baden. Heute ist der riesige Parkplatz übervoll, und ich finde wegen der Höhenbegrenzung keinen Platz zum Halten. Schade, denn das schicke Café mit Holzterrasse, die stylische Imbissbude und der Strand würden mich sehr locken… Aber es ist halt Sonntag.

Der Wurzenpasses hat sich in Kranjska Gora in den Vrsicpass verwandelt, der auf gleicher Straße folgt. Auch der mit über 1.600 Metern höchst gelegene Punkt ist von Selfie-Knipsern nervig belagert, der Verkehr staut sich hinter einem PKW, der ein Schaf unter die Räder gebracht hat (Wie das passieren kann, wo man hier doch wirklich in Schrittgeschwindigkeit unterwegs ist?). Von Ruhe ist keine Spur, so dass ich leider eilends das Weite suche. Weiter im ersten Gang rolle ich die restlichen, teils sehr steilen 26 Kehren hinunter, bis ich freudestrahlend auf „meine“ Soca stoße. Eine Abkühlung in einer Gumpe ist ersehnte Pflicht (mit unterdrücktem Kreischen vor dieser Kälte!) und ich folge der Straße entlang des wunderschönen Flusses bis zum Ort Bovec, wo ich mich ein paar Tage zum Wildwasserpaddeln aufhalten werde. Heimat.

Ich wohne auf dem tollen Kamp Klin und nehme ihn sogleich als einen meiner Lieblingsplätze in dieser Gegend auf. Wenige Plätze im Socatal haben direkten Wasserzugang und hier kann man von gleich zwei Gewässern direkt am Ufer sitzen, weil dieser Platz idyllisch zwischen dem kleinen Lepenjica-Flüsschen und der Soca liegt.

Und ich bleibe auf meiner Picknickdecke, bis es dunkel wird und höre das Rauschen, sehe das Farbenspiel des Wassers, während die Sonne hinter dem Berg verschwindet und bin einfach nur in Ruhe an diesem Platz.

Tag 2: Bovec -> Tolmin

Song des Tages

Beatles – Yesterday (Danke, Vili)

Ich verabschiede mich aus Bovec mit einem Kaffee auf dem Marktplatz und nehme natürlich den englischen Tramper mit, der mit einem Papp-Schild am Straßenrand steht. Sofort kommen wir in ein richtig gutes Gespräch. Obwohl überhaupt nicht auf meiner Strecke, fahre ich ihn wegen der schönen Unterhaltung direkt zu seinem Ziel, wir ratschen bei einem Kaffee weiter und ich falle ihm beim Verabschieden um den Hals. Mit seinen klugen, warmherzigen Worten hat Paul mir so unfassbar gut getan – dieser Moment, dieser „Zufall“, so viele inspirierende Ideen! Danke für eine Herzbegegnung!

Langsam fahre ich über die kleinstmöglichen Straßen und dann sehe ich diese Brücke, die mich natürlich magisch anzieht. 2,40 Meter breit, für maximal 5 Tonnen: da muss ich drüber. Wie liebe ich solche Pfade, solch ungewöhnliche Strecken…! Am Ende ein verrottetes Schild, das zu einem Campingplatz weist. Ich folge – und lande im Paradies. Ein Blümchenbus steht gleich am Eingang, auf den terrassierten Plätzen nur kleine Vans, oder Zelte, PKWs. Ein Bach plätschert unten, es ist grün, schattig, wundervoll. Der Chef begrüßt mich mit Handschlag, bietet mir sofort etwas zu trinken an, lässt mich an seinem Tisch Platz nehmen, gibt mir einen Teller Suppe und isst erst mal gemütlich mit mir. Ich bin angekommen, bin daheim.

Zur Vollendung des Glücks darf ich direkt neben dem Bach parken, werfe mich in die einen Steinwurf entfernte Soca und verbringe dann einen sehr lustigen Abend mit sehr leckerem Essen, etwas Bier, mit Vili und einigen Gästen. Perfekter geht es nicht.

Tag 3: Tolmin -> slowenische Toskana -> Gonjace

Song des Tages

John Allen – Home

Stellplatz des Tages

Nach drei wunderbar lustigen Abenden in meinem kleinen Paradies, wo ich tagsüber superviel weggearbeitet habe, erzwinge ich den Absprung und verabschiede mich von Vili und den anderen Gästen: ich möchte ja unbedingt noch viel mehr sehen … (auch wenn ich hier noch gut ein paar Wochen am Platz bleiben könnte…)

Begleitet von der Soca

Als lasse ich mich wieder über die kleinsten Straßen treiben. Es ist so unfassbar gediegen, so brav, sauber, geordnet, gebügelt und unanstrengend hier – das Gegenteil zu meinem  letzten Trip, auf dem ich Albanien durchkreuzte… Ich mag das schon, zwischendurch allerdings kämpfe ich ein ganz kleines bisschen mit einem Gefühl der Langeweile… Da hilft nur Musik laut und Augen auf! Welch Schönheit gibt es hier zu sehen! – Kein Abenteuer, dafür Ästhetik satt!

Und die Soca begleitet mich und ich fühle mich einfach zu Hause. Immer wieder springt mir die knallende Smaragdfarbe in die Augen, fast blendende Schönheit, fast irreale Erscheinung! Ich liebe sie!

Von Kanal bis Gonjace

Am Städtchen Kanal hüpfe ich am frisch aufgeschütteten Sandstrand mit Blick auf die spektakuläre Brücke (von der im August internationale Brückensprungmeisterschaften ausgetragen werden!) nochmal in den Fluss. Ab hier trennen sich unsere Wege (dann wandelt sie auch ihr Gesicht in einen eher dunkelgrünen, bräsigen Strom), denn ich biege ab nach Westen in die “slowenische Toskana”, das Goriška Brda (Görzer Hügelland).

Franz zeigt wieder seine unnachahmliche Geduld in Sachen kurviger Höhenmeter und brummt ganz gelassen mit mir durch glitzer-grünen Wald… ein toller Typ! Völlig unvermittelt stolpern wir ins gleissende Licht des Bergkamms und sind beide baff erstaunt über diese Aussicht! So still hier oben, so ein Blick… Wow!

Ein paar wenige Kilometer weiter zieht mich in der Ortschaft Gonjače ein schon weitem offensichtlich begehbarer Aussichts-Turm an: klar, da muss ich rauf! Und irgendwie ist es so genial schön hier, dass ich in dem ausgesprochen hübschen Restaurant “Pri Marjotu” frage, ob ich wohl über Nacht stehen bleiben dürfte… Es scheint, als seien die Slowenen noch nicht völlig von Wohnmobilisten entnervt, der nette Kellner sagt entspannt ja. Und um meinen Dank zu unterstreichen, esse ich natürlich dort zu Abend: Deal.

Ein leckeres Essen, ein traumhafter Sonnenuntergang, eine fabelhaft ruhige Nacht… Nichts mehr will ich!

Tag 4: Gonjace -> Nova Gorica -> Dornberk

Song des Tages

Waldeck – Shala-Lala-La

Campingplatz des Tages

Mein Frühstücks-Müsli esse ich stehend vor Franz und dem Aussichtsturm mit einer sehr coolen alleinreisenden Engländerin, die gerade angekommen ist. Wir unterhalten uns über die erstaunten Blicke, die uns immer wieder treffen, wenn wir allein aus unseren Bussen aussteigen. Darüber, wie schön es ist, ganz alleine den Abend zu verbingen – aber wie oft wir auch wirklich tollen Menschen begegnen: so wie uns beiden.

Sehr schade, dass ich weiter möchte. Ja, die Strecken sind hier minimale Distanzen, aber nach meinem Motto SLOWenien möchte ich mir diesmal einfach mal viel Zeit lassen, langsam trudeln und doch viel entdecken.

Es ist grau heute. Schade, denn die Fernsicht über das so herrliche Land ist trübe eingeschränkt und immer wieder nieselt es. Trotzdem mache ich gleich beim nächsten Städtchen Smartno einen kleinen Spaziergang in der Hoffnung auf einen Kaffee mit Aussicht. Gefällt mir ausgesprochen gut hier. Vor allem da es total leergefegt ist – was leider daran liegt, dass um diese Uhrzeit noch nichts geöffnet hat… Also keinen Kaffee für mich. Und weiter.

Ein kurzer Abstecher nach Italien

Unerwartet steht da das Schild “Italia” – ein kurzer Ausflug ins nicht erkennbare Nachbarland. Schon gestern habe ich in dem Restaurant fast nur italienisch gehört: wundervoll, Europa, oder? Einfach ohne Gedanken dahin fahren, wo es gefällt – ohne Rücksicht auf (menschengemachte) Landesgrenzen…

Die Stadt Gorizia (italienisch) wird ohne Übergang zu Gorica (slowenisch) und plötzlich schüttet es wie Weltuntergang. Ich “flüchte” mich in mein bewährtes Internetcafé. MacDoof bietet mir für zwei Stunden einen feinen Arbeitsplatz: schnelles Internet, Stromanschluss und einen großen Cappuchino für 1,50 Euro. Davon gibts gleich zwei und ich schaffe was weggearbeitet. Im Einkaufszentrum nebenan besorge ich mir ein fehlendes Kabel und schüttle verwundert den Kopf: Ich könnte hier genauso in München sein: zu 50% die selben Läden… Langweilig.

Meine innerere Campingplatz-Navigation führt mich, gerade als ich mich nach einer Dusche sehne, zum unglaublich idyllischen Campingplatz Saksida bei Dornbek, mitten in den Weinbergen. Rein in den Pool, den Nachmittag und Abend fein in Ruhe genießen! Hier kann man es echt sehr, sehr gut aushalten…

Tag 5 & 6: Dornberk -> Skoflije

Song des Tages

Xavier Rudd – Follow The Sun

Campingplatz des Tages

Campingplatz Webseite

Dem hervorragenden WLAN am Platz, meiner nervigen Erkältung und der vielen Arbeit zuliebe bleibe ich einen Tag stehen. Sitze unter der Markise mit Blick auf die Weinberge und lasse – schwuppdiwupp – einen ganzen Tag vergehen. Das hatte ich schon lange nicht mehr: einfach mal eben so stehen bleiben. Ja, ich arbeite tatsächlich den ganzen Tag. (Unter anderem bin ich im Auftrag der Zeitschrift Reisemobil International unterwegs und will den (arbeitsintensiven) Artikel gleich nach der Rückkehr abgeben.)

Nein, eigentlich ist es nie Zeit”verschwendung”, stehen zu bleiben, aber sonst bin ich (durch die großen Distanzen) deutlich getriebener, hektischer, unruhiger… Auf diesem Roadtrip habe ich mir mal nur eine kleine Strecke vorgenommen (der Artikel-Story wegen). Und das trägt zwar trotzdem leider nicht zu meiner inneren Entschleunigung bei,  ist aber trotzdem mal eine ganz schöne Erfahrung…

Nach einem letzten Poolhüpfer breche ich auf, begucke mir Stanjel: die alte Stadt auf dem Berg, die mir gepriesen wurde. Schön, leer, mittagshitzengelähmt. Steine, ein Drittel verfallen, sympathisch – und wahrscheinlich im Sommer sehr überlaufen. EInen Spaziergang auf jeden Fall wert… aber nach einer Stunde bin ich schon wieder im Franz.

Und fahre an der Höhlenanlage von Škocjan dann doch vorbei. Durch den Tag Pause bin ich gerade so noch im Zeitplan und verkneife mir sehr schweren Herzens einen Besuch… Schade, aber vernünftiger.

Ich folge grundsätzlich jedem Campingplatz-Schild, also auch dem zum Camping Dujceva domacija, wo mir eIne sehr nette Dame am Eingang zuwinkt. Sie lädt mich ein, den Platz einfach anzusehen und zu bleiben, oder auch nicht… sie käme am Abend vorbei, um “einzuchecken”. Ein Fluss, grüne Wiese, Schatten: für mich perfekt. Ich denke nicht eine Sekunde nach, schon ist Franz geparkt und ich im Wasser. Hier bleibe ich. Viel zu früh am Tag eigentlich, aber ich kann so einer Stelle einfach nicht wiederstehen. Ein Dutzend Mal plantsche ich im herrlichen Nass, arbeite, genieße. Ruhe. So schön!

Tag 7: Skoflije -> entlang der Küste -> Portoroz

Song des Tages

Jack Johnson – You And Your Heart

Stellplatz des Tages

Ich schlafe wieder mit offenen Fenstern und offener Tür: es ist so herrlich friedlich hier. Erste Tat des Tages, als die Sonnenstrahlen gerade so über die Baumwipfel luren: rein in den Bach! Fliessendes Wasser ist einfach mein Element…

Entlang der slowenischen RIviera

Im waldigen Tal habe ich fast kein Netz, damit keine (Arbeits-)Ausrede, um länger zu bleiben. Also breche ich früh auf, will entspannt die 46 Kilometer der “slowenischen Riviera” erkunden. Ich kenne die Gegend und habe schon zwei Mal relativ entnervt keinen schönen Platz  für mich entdeckt. Aber diesmal bin ich ja “im Namen des Artikels” unterwegs, werde jeden einzelnen Stellplatz anfahren und gebe der Gegend eine dritte Chance…

Und  – um es kurz zu machen: Nein, es ist nicht meine Ecke. Einfach weil es mir zu voll, zu bebaut, zu touristisch ist. Man könnte es auch anders ausdrücken: es ist super gut erschlossen, unendliche Freizeitmöglickeiten sind vorhanden, viele Strände in erreichbarer Nähe und sowohl Städtchen, als auch Campingplätze sind extrem familienfreundlich…

Wenn man wirklich will (und da bin ich bei 37 Grad HItze während eines slowenischen Feiertags nicht der richtige Ansprechpartner), findet man mit kleinen Spaziergängen geniale, auch ruhigere  Strände (habe ich mir sagen lassen) und die kleinen Städte, die wie Perlen an der Küste aufgereiht sind – Koper, Izola, Piran sollen jeweils unbedingt eine Besichtigung wert sein… ich werde das bei Gelegenheit mal im (kühleren, leereren) Herbst nachholen.

Herrlicher Stellplatz in Portoroz

In 5 Stunden Fahrzeit habe ich 50 KIlometer zurück gelegt, habe 6 Stell-/ Campingplätze besucht/ gecheckt und bin beim 7. Platz einfach stehen geblieben. Trotz des extrem unverschämten Preises (40 Euro!!)  habe ich das Camper Areal an der Marina in Portoroz als den Highlight Stellplatz dieser Tour gekürt: viel Freiraum (das wichtigste) und erste Reihe am Wasser (das allerwichtigste)!

Etwas schlummern, ins Meer hüpfen, fleissig arbeiten, mich lange mit einer sehr tollen Frau unterhalten und dann stundenlang in die untergehende Sonne starren.

All I need!

Tag 8: Portoroz -> Kobarid

Song des Tages

Norah Jones – Loretta

Campingplatz des Tages

Das pastellige Morgenlicht über dem Meer verwöhnt mein Auge ebenso wie der Abendglanz gestern. Ein weiter Blick übers Meer ist einfach so heilsam! Auch mit dem vielen Raum um mich, dem so extrem netten slowenischen Mutter-Sohn-Gespann, der leichten Brise… ich würde tatsächlich (trotz fehlendem Schatten) ganz gerne noch bleiben…

Auf dem Weg zurück in den Norden merke ich deutlich, dass ich doch eher der Laubbaum/Kiefer- statt der Pinien/Zypressen-Typ bin. Es ist schön hier im sehr italienisch wirkenden Teil Sloweniens – aber eben nicht “meine Welt”… Trotzdem finde ich den Ausflug hierher sehr toll, trinke einen slowenischen “Espreso” an irgendeiner Bude, schmunzle über das “Italia”-Grenzschild  in einem Wohngebiet, trinke den italienischen “Caffé” an einer Raststätte und finde es so toll, einfach so – ohne Aufhebens – zwischen Ländern zu wechseln… (beim Freuen darüber denke ich an unsere Grenzübergänge damals auf dem Roadtrip durch Zentralasien: halbe Tage kann/ muss man da in den Grenzanlagen verbringen…)

In der Stadt, die auf Google mit “Görz” eingetragen ist (Gorizia / Gorica), sehe ich noch nicht mal den kleinsten Hinweis, dass die Sprache wieder in slowenisch wechselt – “Superr”, wie die Slowenen sagen!

Kamp Klin zwischen Grün und Türkis

Das Soca-Tal hat mich wieder – oder ICH habe meine Soca wieder! Mit der klaren Vision vom Sprung ins Wasser steuere ich den Campingplatz Kamp Koren bei Kobarid an, den ich immer schon besuchen wollte… Und völlig im Schweiß gebadet (kein Wunder bei 40° im Schatten, mein Thermometer überm Bett zeigt 47 ° an) checke ich ein, erhalte den wundervollsten Pitch am Ende des Platzes und renne ungebremst den kleinen Abhang hinunter in den Fluss.
Yes! Hier gehöre ich hin.

Ich kühle mich auf Wassertemperatur (die Soca hat etwa 12°) und installiere Franz geruhsam. Die relativ kleinen Distanzen mit den kurzen Fahrzeiten machen mich wirklich entspannt. Auch wenn ich immer mindestens das doppelte der angegebenen Zeit für die Strecken benötige, habe ich damit natürlich viel mehr “Freizeit”. Diesen Luxus feiere ich heute ausgiebig in meiner Hängematte unter Bäumen…. Ahhh, so großartig!

Tag 9: Kobarid -> Bohinjska Bistrica

Song des Tages

Kimberose – I’m broke

Zu allererst ein Bad in meiner Soca, logisch. Dann unterhalte ich mich ewig mit der supernetten Platzchefin Lidija. Übers (zu) viele, aber trotzdem beglückende Arbeiten, über die Sorge um die Kinder, die zu wilde Flüsse paddeln, über unser schlechtes Gewissen den Eltern gegenüber, weil wir selbst noch Sorgen bereiten mit unseren Aktivitäten… Sie erzählt, wie sie den Platz vor 28 Jahren gegründet hat und seitdem das “Familybusiness” alleine führt. Ich bin echt so beeindruckt von dieser toughen, positiven Frau! Schön.

Ich biege nach Osten ab, will mir nochmal den Bohinj-See ansehen. Normalerweise fahre ich ja nicht zu den Plätzen, die ich kenne, aber das Camp Zlotorog hatte mich das letzte Mal schon sehr begeistert… Also lasse ich mich durch Wälder treiben. Grün, schimmerndes Laub, kleine Straße, oft schmale Ortsdurchfahrten, enge Steinbögen, hohe Aussichten – herrjeh, wie schöööön!!! Wow.

Viel zu voll am Bohinj See

Am Bohinj See ist es nur gruselig. Ich hatte schon erwartet, dass es voller sein könnte, aber als die Busladung Asiaten vor mir ausgekippt wird, Familien in Polonese-Formation die Straße queren, die Jugendlichen am Strand quasi übereinander liegen (Nein, einfach weil zu wenig Plartz ist) — da ahne ich schon, dass ich höchstwahrscheinlich diesmal nicht in erster Reihe am See parken werde.

Aber dass die Rezeptionistin mich zur Suche im Auto durch den wirklich hoffnungslos überfüllten Platz fahren lässt, finde ich wahnsinnig doof. In einer kleinen Karawane von Stellplatzsuchern schnecke ich entlang der dichtandicht gebauten Blechburgen, alle sind zu Recht total genervt und völlig offensichtlich ist kein Fitzelchen freier Raum mehr vorhanden. Schnell weg! Hat viele Punkte verspielt, dieser Platz: so darf man einfach keinen Campingplatz überfüllen!

Also ein paar Kilometer zurück, rein ins Camp Daniza – und auch hier sofort ins Wasser! Der kleine Fluss Sava Bohinika führt direkt am Campingplatz vorbei. Kinder springen von der Brücke und ich gehe ein Stück flussaufwärts, um mich im angenehm warmen (wenn man die Soca als Relation nimmt), klaren Strom hinabtreiben zu lassen. Zwei ältere Damen freuen sich an meinem (vor Freude) Juchzen und winken mir strahlend zu…

Auch dieser Platz ist natürlich gut besucht, aber eben nicht überfüllt. Und auch wenn ich nicht direkt am Ufer parken kann, bleibe ich doch ein Bierchen lang mit den Füßen im Wasser hier sitzen… Kein Sensationsplatz (wie gestern), aber eine wirklich gute Wahl.

Tag 10 & 11: Bohinjska Bistrica

Song des Tages

Ich bin so dankbar um mein Leben: dankbar, dass ich unterwegs sein darf (DANKE, Familie!), dankbar, dass ich unterwegs arbeiten und Geld verdienen kann und so glücklich, dass ich immer wieder solch super Plätze finde. Normalerweise mache ich um solch riesigen Anlagen wie das Camp Danica einen großen Bogen, aber es war spät und sie brauchte den Platz…

Herrliche Fahr-/ Arbeitspause in Camp Danica

Ich stehe auf der WIese ganz am Rand des Platzes und abseits des (ziemlich heftigen) Trubels, wo man normalerweise nur eine Nacht parken darf und bitte um eine weitere – und um eine weitere. Einfach weil es hier perfekt für mich ist. Alle meine Grundbedürfnisse sind gestillt: viel Platz um mich, ich stehe zwei Tage im Schatten, habe eine perfekte Wifi-Verbindung und Strom ohne Ende. Bier ist im Kühlschrank, Eis und Brot gibts im Kiosk. Ich kann den ganzen Tag völlig ungestört arbeiten und schaffe wirklich was weg. In meinen kurzen Pausen schaukle ich in meiner Hängematte und betrachte das gitternde Laubdach. Dann lasse ich mich wieder im Fluss treiben… Und von vorn.

Hach ja: ich würde es kaum als Arbeitsplatz bezeichnen, ist es aber.
So muss das!

Tag 12: Bohinjska Bistrica -> Kranjska Gora

Song des Tages

Das Leichteste der Welt – Kid Kopphausen

Noch ein letztes Mal gönne ich mir frühmorgens eine Erfrischung  im schönen, lauwarmen Bach: So herrlich, ehrlich!

Auf dem (kurzen) Weg Richtung Norden zum letzten Stop in Slowenien finde ich einen schönen Pausen-Platz am Fluss Save: an der Informationshütte “Topolino” verabschiede ich mich bei einem Espresso (leider im Plastikbecher) im Liegestuhl von allen slowenischen Bächen und Flüssen. Ich werde Euch so vermissen!

Nur ein paar KIlometer später erreiche ich den “Geheimtipp” von Camper-Kollegen: Das Natura Eco Camp bei Kranjska Gora. An solch einem Platz geht mein Herz auf! “Welcome in paradise” steht zur Begrüßung und genauso empfinde ich es! Ankommende werden mit Handschlag begrüßt, statt Papierkram gibt es lieber ein fröhliches: “Park whereever you want and relax!”

Im hinteren Teil steht eine Herde Pferde auf der Koppel, es gibt einige luxuriöser “Glamping”-Hütten, wunderschöne Sitzgelegenheiten, eine Feuerstelle, eine Küche… die hübschen und sehr gepflegten Sanitäranlagen bestehen aus Holzhütten unter Bäumen. Herrjeh, wie wunderbar.

Supergerne würde ich hier einfach noch einen Tag bleiben, aber es gibt leider auf dem ganzen Platz (!) keinen Strom und ich kann unglücklicherweise (weil mir das richtige Kabel fehlt) diesmal nicht über meine Brennstoffzelle das Laptop laden. Und ohne zu arbeiten… einfach so einen Tag rumhängen… das geht diesmal leider nicht. Hart genug für mich, den Abend “einfach so” zu verbummeln… Aber schön!

Tag 13: Kranjska Gora -> Ziebl, Österreich

Song des Tages

Joris – Du

Stellplatz des Tages

Den Morgen verplaudere ich mit meinen supernetten Nachbarn. Welch spannende Menschen ich immer treffen darf! Danke für den schönen Plausch!

Um nach Österreich zu kommen, fahre ich nochmal den Wurzenpass und stelle fest, wie kurz der eigentlich ist. Ich bin immer davon ausgegangen, dass der folgende Vrsic-Pass dazu gehört, aber Nein, nur dieses kurze Stück heisst tatsächlich so: wieder was gelernt…

Und die junge Polizistin im Grenz-Häuschen fühlt sich etwas seltsam, weil ich sie völlig ungläubig frage, seit wann hier der Pass gezeigt werden muss? Ich habe hier noch nie anhalten müssen (allerdings war ich immer Österreich verlassend unterwegs)! Ich bin völlig perplex und sehe mir an, ob die Ausreisenden inzwischen auch halten müssen – Nein, die Kontrolle ist tatsächlich nur bei der Einreise nach Österreich…. Habe ich nicht kürzlich noch über unser grenzenloses Europa gejubelt?? Bin sauer, Österreich!

Eigentlich will ich noch einen Campingplatz am See recherchieren, aber ich kriege sofort die Krise, als ich die Menschenmassen sehe und flüchte umgehend. Auf der Autobahn stellt sich allerdings klar das Gefühl ein, dass ich auf keinen Fall schon in deutsche Gefilde will. Also steuere ich (Danke Park4Night!) spontan einen kleinen Platz an, um meine Tour abzurunden.

Ich stehe auf dem Stellplatz vom Haus Granitzer direkt an der Kante, hinter mir ein Bauernhof mit netter Oma, dazu Strom und Pool. Die Gewitterwolken machen die Aussicht dramatisch schön und ich genieße die Brise am Sommerabend bei lauter Musik (um den nicht zur Aussicht passenden Autobahn-Sound aus dem Tal zu übertönen)!

Noch am Abend entscheide ich, einfach morgen (den letzten Tag) hier zu verbringen und mich hier in Ruhe von meinem wundervollen Slowenien Roadtrip zu verabschieden. Ich bin sicher, dass Bayern inzwischen so extrem voll ist, dass ich keinen schöneren Platz finden werde. Ich ratsche noch mit der Oma übers Reisen, über deren Fernreisen, über Kinder und das Leben, bestelle für morgen früh zwei Brezen, hüpfe in den Pool und finde, dass mein Lied des Abends (von Joris) übers Leben genau meinem Leben entspricht:

… Und egal, wie Du warst, ohne Dich wär ich nicht,
hey hey hey
und egal wie Du bist, bleibst Du das Größte für mich
hey hey hey
und egal, wie Du wirst, Du weißt, ich folge Dir blind,
denn was mir bleibt, Du und ich, ohne Dich bin ich nichts …

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