Sicherheit im Wohnmobil oder Van

1. Die Wahl des Übernachtungsplatzes ist die Basis für Dein gutes Gefühl

Ich stehe am allerliebsten in totaler Ruhe und abgeschieden im Nichts. Manchmal aber übernachte ich auch mal direkt im Trubel: am Hafen oder Markt, auf irgendeinem Stadtparkplatz, neben dem Fähranleger, dem Touristen-Hotspot, der Partymeile…

Aber bevor ich mich niederlasse, gibt es einige Punkte, die ich zur Suche meines Übernachtungsplatz abhake:


Beginne frühzeitig mit der Suche nach einem guten Platz

Das Wichtigste bei meiner Stellplatz-Suche ist das Finden im Hellen. Nur mit Tageslicht kann ich überprüfen, ob ich mich hier (auch später im Dunklen) wohl und geborgen fühle. Nur wenn ich genügend Zeit habe, kann ich mich (vor allem als Alleinreisende) an dem gewählten Platz “einleben”, mich heimisch und geborgen fühlen.

Überprüfe Deine nächste Umgebung

Könnte hier nachts viel Lärm entstehen z.B. durch anlegende Schiffe, landwirtschaftlichen Verkehr? Stehe ich hier im Weg, beispielsweise Fischern, die an diesem Strand auslaufen wollen oder dem frühmorgendlichen Lieferverkehr? Machen mich die dichten Büsche rundherum und die fehlende Weitsicht nervös? Fühle ich mich zu sehr “auf dem Präsentierteller”, weil Sichtschutz fehlt? Könnten Anwohner genervt sein, weil ich den einzigen Parkplatz wegnehme? Ist der Platz verboten und die Polizei wird anklopfen? Stehe ich weit genug vom (unberechenbaren) Meeresspiegel? Könnte der Fluss übertreten? Eine Schafherde meinen Schlaf rauben?

Checke eventuelle Nachbarn

Um niemanden zu nahe zu treten/ zu stören, parke ich stets weit genug weg vom Nächsten, denn “Kuschler” nerven mich selbst unglaublich! Es gibt mir ein sichereres Gefühl, wenn die Nachbarn mich wahrnehmen, also mache ich auf mich aufmerksam (oft nur mit freundlichem Blick und kurzem Gruß) und checke gleichzeitig ob sie so wirken, dass sie später auf Party-Lautstärke aufdrehen? Oder kommen sie direkt zu mir und wollen den Abend lang unterhalten werden? Ist es eine streitende Familie, eine dauerkreischende Mädchen-Gang, eine grölende Männer-Runde (Auweia: welch Platitüden von meiner Seite – aber Erfahrungswerte, leider!) Zu welchen Nachbarn stelle ich mich am besten? Oder will ich heute lieber gar keine Nähe und fahre einfach weiter weg?

Denke an mögliche Störenfriede

Meist parke ich an belebten Orten erst kurz vorm Schlafen (checke aber vorher den Platz aus, wenn es geht). Ich möchte nicht lange Gelegenheit schaffen, zu erkennen, dass ich hier alleine stehe. Direkt neben einer belebten Beachbar beispielweise verbringe ich den Sonnenuntergang nicht unbedingt direkt neben meinem Bus, so dass man nicht so ganz genau erkennen kann, dass dies mein Schlafplatz ist. Bin ich im Fokus von übermütigen Jugendlichen, betrunkenen Barbesuchern, einsamen Herzen? Gesprächen mit seltsamer Anzüglichkeit gehe ich natürlich aus dem Weg, halte mich von Neugierigen fern.

Aber vor allem: lasse Dein Bauchgefühl zu Wort kommen

Wie wohl fühle ich mich an diesem Ort? Zu einsam – nicht abgelegen genug? Zu laut – zu still? Wie fühlt sich der Gedanke an, hier im Dunklen zu sein?

Denke drüber nach. Und wenn es nur einen einzigen komischen Aspekt gibt: fahr weiter! Lieber im Hellen weiter suchen, als die unheimliche Dunkelheit schlaflos überstehen zu müssen.

Für mehr Tipps zum Wohlfühlen allein unterwegs kannst Du meinen Artikel zum genussvollen Alleinreisen lesen.
Auch in meinem Buch “Solo Van Life” gebe ich Dir eine ganze Reihe Tipps für Dein Sicherheitsgefühl.


2. Sicherheitsvorkehrungen von innen sorgen für einen ruhigen Schlaf

Ich schlafe an meinen gewählten Plätzen eigentlich immer gut und habe ganz selten ein komisches Gefühl, wenn es dunkel wird. Aber dann reicht ein kleines undefinierbares Geräusch, um mich nur einen Hauch unsicher zu fühlen, mich schlaflos zu machen. Was bin ich froh, wenn ich dann meine vielen kleinen Sicherheitsvorkehrungen treffen kann, um meinen “Franz” zur Festung zu machen – und mir den tiefen Schlaf zu retten.

Die Installation war kaum Aufwand, kostengünstig und sorgt für ein gutes Gefühl:

1. einen Riegel an den Hecktüren

2. einen Haken an der Schiebetüre

Ja, ich gebe zu, dieses Häkchen ist mehr als “mädchenhaft” installiert und wahrlich nicht perfekt. Ein guter “Sturmhaken” (der sich auch mit Rütteln nicht bewegen lässt!) wäre die bessere Lösung. Mangels Zeit hatte ich mich für diese Kombination entschieden, die einiges (lautes) Rütteln aushält, bevor die Schraube herausgerissen ist – und in dieser Zeit bin ich schon längst aus der Gefahrenzone.

3. ein strammes Seil zwischen den Armlehnen im Fahrerhaus

Wichtig: dieses Seil muss natürlich sehr straff gespannt sein und darf sich nicht zu sehr dehnen, damit der Einbrecher die Türe keinen Spalt öffnen kann (um es zu zerschneiden). Eine gute Variante wäre ein Spanngurt. Ich habe mich für ein (gut zu verstauendes, reissfestes, stabiles) Seil entschieden, weil ich es im Zweifel mit dem Karabiner einfach schneller entfernen kann. Beide Möglichkeiten sind gut, wichtig ist die feste Verspannung!

4. Einbruchschutz der Fenster durch Folien

Diesen Tipp habe ich dankenswerterweise von einem aufmerksamen Leser, Herrn Stammer aus Düsseldorf, der mir dazu folgendes schreibt: “Um die Fenster widerstandsfähig gegen Bruch zu machen, kann man von innen Folie aufbringen (lassen). Für die Seitenscheiben der Fahrer- und Beifahrertür muss sie glasklar, amtlich zugelassen und durch einen Sachverständigen abgenommen sein. Im Wohnraum darf sie getönt sein. Diese Folien halten bei einem Einbruchversuch die Scherben zusammen und erschweren dadurch den Griff ins Fahrzeuginnere erheblich.”
Für mich und meinen sehr alten Kastenwagen hielte ich diese Maßnahme für etwas übertrieben, aber ich grundsätzlich finde ich diesen Schutz als eine sehr gute, leicht umzusetzende Idee.

5. die Sicherung aller Fenster durch spezielle Fensterschienen

Auf der CMT Messe bin ich über diese Möglichkeit der Fenstersicherung gestolpert. Erst habe ich abgewunken, weil ich überzeugt bin, dass ich schneller mitsamt Auto flüchte, als der Einbrecher durchs Fenster kommt (ich schlafe zwar tief, bin aber konditioniert auf unbekannte Geräusche und völlig sicher, dass ich aufwache, sobald sich an meinem Bus etwas tut)…

Aber verschiedene Aspekte haben mich überzeugt – und nun komplettieren diese Fensterschienen mein “Sicherheits-Paket”, so dass ich keinen einzigen Grund mehr zum Nachdenken über Angreifbarkeit habe.

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Meine kleine Festung mit den Fensterschienen von Womo-Sicherheit

» Die simple Installation hat mich sehr erfreut: einfach auf die Fensterkante aufschieben, nichts bohren oder fest verkleben.

» Die Metallschiene lässt sich nun von innen fest verschrauben, dass das Fenster fest verriegelt ist und nicht mehr aufgehebelt werden kann.

» Jetzt kann ich in der Nacht auch guten Gefühls das Fenster einen Spalt geöffnet lassen, da es mit den Schienen auch in Lüftungsposition fest verriegelt ist – das freut mich sehr!

» Und schlussendlich, worüber ich eigentlich nie nachgedacht habe, weil ich mich stets nur um meine Sicherheit beim Schlafen sorge: Mein Bus ist mit den Fensterschienen einbruchssicherer. Schöner Gedanke, wenn ich ihn in manchen Gegenden dann doch mal aus den Augen lassen muss…


4. Sicherheitsvorkehrungen von außen, um Einbruch oder Diebstahl zu verhindern

Ehrlich gesagt denke ich bei meinem sehr betagten, äußerlich wenig attrakiven Kastenwagen nicht darüber nach, dass er aufgebrochen werden könnte. Einfach, weil es so viele lohnenswertere Ziele gibt, als meinen bescheidenen Van, in dem sich deutlich sichtbar keine Wertsachen oder teuren Einrichtungsgegenstände befinden. 

Auch kleine Summen oder Papiere sind einen Einbruch wert
Andererseits bin ich auch manchmal in Gegenden, in denen auch kleine Bargeldsummen ein paar Minuten Risiko rechtfertigen. Oder ein deutscher Pass, deutsche Kfz-Papiere das größte Gut wäre. Für Diebe interessant ist in diesen Fahrzeugen stets auch eine Menge elektrisches Gerät, denn der Laptop, das Tablet, das Navi… werden zumeist nicht mit zum Shopping oder an den Strand genommen.
Meine Lösung bisher: sehr gut verstecken! Das Bargeld habe ich in “kleine Portionen” aufgeteilt, die Papiere in verschiedenen Verstecken untergebracht und den einzig wertvollen Gegenstand, mein Laptop, habe ich versteckt mit einer Drahtschlinge samt Schloss angebunden.
 

Horrorvorstellung: Diebstahl meines Vans
Mein allergrößter Graus – die Vorstellung des Verschwindens meines gesamten Mobils – lässt mich tatsächlich oft nicht besonders weit von ihm entfernen (was meinen Besichtigungsradius und die Einkaufsdauer deutlich einschränkt). Also habe ich auch für Sicherungen gegen Einbruch und Diebstahl gesorgt (witzigerweise erst, als ich von einer Einbruch-Serie in meiner Wohngegend am Münchner Stadtrand aufgeschreckt wurde: da war ich das erste Mal richtig besorgt um meinen “Franz”!). 

Ein Lenkradschloss

Dieses deutlich sichtbare Gestänge macht den Dieben schlechte Laune, weil es Zeit kostet Einzig die Fensterscheiben (vor allem die im Führerhaus) ließen sich wahrscheinlich allesamt noch einschlagen, aber so lange nichts schnell Greifbares dahinter liegt, denke ich nicht, dass sich viele Diebe die Mühe machen/ die Zeit haben werden, durch die kleinen Fenster zu krabbeln (die Schiebetüre ist ja nicht zu öffnen) … 

5. Fluchtmöglichkeit als zusätzlich gutes Gefühl

Mit meinen kleinen Sicherheits-Ausstattungen bin ich inzwischen so geschützt, dass ich wirklich tief und fest schlafe. Trotzdem sind meine Ohren aus Gewohnheit immer “auf Empfang” und manchmal schrecke ich doch auf und lausche, welch undefinierbares Geräusch sich zwischen meine Träume gemischt hat.

Dass ich dann, als allerletzte Sicherheitsmaßnahme, stets bereit zur ganz schnellen Abfahrt wäre, macht mir einfach ein zusätzlich gutes Gefühl.


Schon ein Reflex: immer fluchtbereit parken

Aus jahrelanger Erfahrung ist ein Reflex geworden und Du wirst mich immer (!) „fluchtbereit“ in Fahrtrichtung und ohne Hindernisse vor dem Auto geparkt sehen!

Ich verstaue grundsätzlich auf Freisteh- und Stellplätzen jeden Abend meine Stühle und den Tisch, damit ich, wenn ich mich tatsächlich mal des Nächtens extrem unwohl oder gar bedroht fühle, einfach aus dem Bett auf den Fahrersitz wechseln und flott das Weite suchen kann.

Der Autoschlüssel hängt immer (!) griffbereit neben mir, damit er stets griffbereit ist (auch tagsüber).

Auch im Inneren ist stets alles so aufgeräumt, dass zwar vielleicht das ein oder andere herumfliegen kann, aber mir zumindest nichts im Weg (vor allem nicht auf dem Fahrersitz) liegt.



Kleine Sicherheits-Vorrichtungen mit großer Wirkung

Meine Maßnahmen, um Dieben oder Einbrechern die Chance zum schnellen Check zu verbauen, waren wirklich sehr rasch installiert, sehr kostengünstig und ganz sicher sehr wirksam. Ich bin wahrlich kein übertriebener Schisser, aber wenn es so einfach ist, sich (und das Auto!) zu schützen, kann man ja mal Hand anlegen:

1. Die Fenster sind gegen Aufhebeln gesichert mit den Fensterschienen von Womo-Sicherheit
2. Die Hecktüren sind mit einem selbstgebauten Riegel fest versperrt
3. Das zwischen den Armlehnen verspannte Seil verhindert das Aufbrechen der vorderen Türen
4. Der *verschließbare schwenkbare Thule-Riegel versperrt zusätzlich die Schiebetüre von außen
5. Ein *massives, gut sichtbares Lenkradschloss macht den Dieben schlechte Laune, weil es Zeit kostet


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