Frohmi & Bo im riesigen Camper

Stranddeko

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Frohmi und Bo sind als “Stranddeko” im Großformat unterwegs

Sie lieben Roadtrips und ihre Wochenend-Auszeiten und verbringen seit Jahren möglichst viel Zeit in ihrem riesigen Niesmann&Bischoff (die Insider sagen NiBi) Wohnmobil. Sie feiern auf ihrem schönen Blog nicht nur ihre Leidenschaft fürs Strandleben und Parkplatz-Romantik, sondern auch ihren Spaß am Kiten und Fotografieren. Uns vereint der Wunsch, möglichst oft unterwegs zu sein und die Vorliebe, direkt an der Wasserkante zu stehen…

Mein Gespräch mit Frohmi & Bo

Ihr seid gefühlt einfach immer unterwegs, dauernd sehe ich die tollsten Fotos von Eurem Wohnmobil „Marilyn“ auf irgendeinem Strand: Wie macht Ihr das? Oder verteilt Ihr nur geschickt die Posts?

Frohmi und Bo: *lach* – das ist in der Tat die meist gestellte Frage, die wir bekommen. Es gibt einfach so viele schöne Momente im Wohnmobil-Leben. Die kann man über alle Tage verteilen. So haben wir dann auch selber jeden Tag was davon. Wir haben einen normalen 9 to 5 Job (den wir meistens auch noch gerne machen) und 30 Tage Urlaub. Aber es geht auch fast jedes Wochenende los. Da kommt einfach viel Erzähl-Stoff zusammen. Und das Schöne ist ja, es gibt tatsächlich immer noch Neues zu erzählen!

Fühlt Ihr Euch in Eurem Bus und unterwegs wohler, als daheim? Was ist Eure Motivation, so viele Tage lieber im Nirgendwo zu stehen, als in Eurem Haus zu bleiben?

Unser Wohnmobil war schon immer mehr unser zu Hause als unsere Mietwohnung. Wir sind beide Wassersportler. Erst Windsurfen und jetzt Kitesurfen. Als wir uns kennengelernt haben, hatten wir beide einen VW Bus und beide hungrig danach, so oft wie irgendwie möglich am Meer zu sein. Dann kam das erste Womo. Wir führen seitdem ein „Boardbuch“: damals sind wir 23 Mal im Jahr losgefahren, inzwischen sind wir bei ca. 35 Mal. Inklusive den längeren Urlauben macht das so 42 Wochenenden an denen wir unterwegs sind. Ich glaube, wir sind da rein gewachsen, haben uns gegenseitig immer wieder angespornt. Natürlich wohnen wir im westlichsten Zipfel Deutschlands auch so, dass man jedes Wochenende ans Meer nach Holland fahren kann. Zum Glück!!!

Jetzt haben wir passend zu unseren Ansprüchen einen Mini-Bungalow gekauft, wo die „Marilyn“ direkt an der Terrasse parken kann. Unser Traum! Und sind wir jetzt mehr zu Hause? Nachdem alles eingerichtet ist: definitiv nicht. Aber der Abschied vom Meer am Sonntag fällt nicht mehr ganz so schwer, da wir uns auf ein echt schönes Zuhause freuen. Hier sind wir auch sehr gerne. Aber noch lieber sind wir einfach weg…

Wie lang am Stück seid Ihr im Schnitt unterwegs?

Meistens sind wir das Wochenende unterwegs. Dann in einem Radius ca. 250 km um die Heimat rum. Wenn das Wetter am Meer nicht passt (kein Wind), dann auch gerne z.B. am Rhein zum Wandern. NRW, Holland und Belgien bieten in dem Umkreis eine Menge an Entdeckungen! Dazu dann mal 2 oder 3 Wochen Urlaub. Hier stört uns im Moment, dass man dann doch nicht so weit kommt, wie man möchte. Wir versuchen jedes Jahr ein neues Ziel anzusteuern, wo wir noch nicht waren. Hauptsache am Meer. Einer unserer eindrucksvollsten Urlaube war die Ostsee entlang durch Polen bis zur Grenze der russischen Enklave. Wenn man nur Kilometer fressen würde, würde man noch weiter kommen. Hier versuchen wir aber immer ein Mittelding zu finden, damit man das Land nicht nur aus der Windschutzscheibe sieht. Das wäre zu schade.

Unterwegssein als Mehrwert

Geht es Euch eigentlich eher ums Ankommen oder um die Strecke? Also fahren oder stehen?

Haha, definitiv FAHREN!! Wir können nicht stehen. Wir üben es in der Tat und versuchen es ab und an. Um auch einfach mal Anzukommen und Runterzufahren. Spätestens nach zwei Tagen haben wir Hummeln im Hintern. Wir haben ein paar Wohlfühlorte, da geht das besser. Das ist in Holland der Brouwersdam. Da kann man mal sein „Hirn ins Wasserglas legen“. Aber das ist auch eher eines unserer „Zuhauses“. Da kommen wir an und sind einfach da. Unterwegs an neuen Orten gibt es doch viel zu viel zu sehen und zu erleben. Wir haben mal versucht 4 Tage in der Bretagne auf einem wirklich tollen Campingplatz zu bleiben. Wir haben durchgehalten, weil es wirklich ein ganz gigantischer Ort ist. Aber am 4. Tag sind wir mit scharrenden Hufen morgens früh aufgebrochen.

Was bringt Euch das Reisen? Ist es „Lebens-Mehrwert“ oder braucht Ihr nur einfach das Leben außerhalb des Alltags?

Irgendwie ist Unterwegssein für uns das echte Leben.

Mehrwert? Hm, unser Womo-Leben gehört zu uns. Die Frage stellt sich uns irgendwie nicht. Ein Wochenende zu Hause hat einfach nicht den gleichen Erholungswert wie ein Wochenende unterwegs. Frohmi braucht ab und zu eine Reise-Pause, da reichen dann aber auch zwei Wochenenden voll aus. Dann gehts wieder los. Obwohl, Mehrwert auf jeden Fall in dem Sinn, dass wir nicht ohne können. Auch um von der Woche total abzuschalten. Viele sagen schon mal: Ach ihr hattet ja grad erst Urlaub. Dass das aber ein normales Wochenende war, zu dem jeder die Möglichkeit hätte, hat keiner auf dem Schirm. Dass das Reise-Wochenende aber zum Alltag gehört, kann man so jetzt auch nicht sagen. Im Gegenteil. Jedes Wochenende unterwegs ist eine Erholungs-Oase. Schwierige philosophische Frage. Wir laden Dich mal auf einen ausführlichen Grill-Abend ein, um das auszuleuchten. 🙂

Das Großformat als Herausforderung

Euer Wohnmobil hat die Ausmaße eines Reisebusses. Was macht für Euch den Reiz aus, dieses riesige Teil zu fahren? Nicht nur, weil Ihr es könnt! (Die beiden sind zufällig kurz nach meiner Schottland-Tour die selben kleinen, teilweise winzigen Singletrails der „North Coast 500“ gefahren: sehr eindrucksvolle Leistung, finde ich!)

Also erstmal frei nach Obelix: wir sind noch lange nicht groß! Nur wohl proportioniert :). Auch hier sind wir irgendwie so reingewachsen. Man wächst quasi mit seinen Aufgaben. Unser VW-Bus kam uns damals auch wahnsinnig riesig vor! Bo hat sich in Wohnmobile im Allgemeinen verliebt. Frohmi dann in die großen Heckgaragen. Da landet man dann halt bei einem kleinen Liner. Wir leben ja auch fast hier drin. Wir räumen jedes Wochenende nur den Kühlschrank kurz um und 2-3 Klamotten. Alles andere ist sozusagen doppelte Haushaltsführung, die Whiskybar ist immer gefüllt. Wir fahren lückenlos den ganzen Winter über. Das Womo bleibt beheizt, wir lassen kein Wasser ab, oder sowas. Und für die Zeit, die wir im Womo verbringen und die Orte, die wir ansteuern ist die Marilyn einfach perfekt. Nach dem Schottland Urlaub hat Bo übrigens gesagt: 8,50 m sind lang genug. Länger müsste ein Womo nicht sein. Das möchte ich hier zu Protokoll geben! Das war das erste Mal in den letzten 13 Jahren!

Ich sehe immer Bo am Steuer und Frohmi beim Kartenlesen… ist das eine klare, unumkehrbare Aufgabenteilung?

Unsere Antwort darauf ist immer: Frohmi ist die bessere Beifahrerin. Ne, ist wirklich so. Mal eben umnavigieren, analoge Karten lesen. Schilder lesen. Das kann Frohmi besser. Bo hat einfach die Ruhe mehr beim Fahren. Gerade durch Schottland zeigt sich, dass wir da ein eingespieltes Team sind. Frohmi macht Anweisungen zum Weg und ob frei ist. Bo kümmert sich um die Autos um einen rum.

Die „Marilyn“ fährt sich aber sehr Auto-ähnlich. Man merkt die Meter nach hinten nicht. Frohmi hätte auch keine Scheu sie 2.000 km nach Hause zu fahren, wenn was wäre. Man darf da einfach keine Angst vor haben und immer einfach Ruhe bewahren und im Zweifel einfach langsam fahren.

Stellplatz, Campingplatz oder Freistehen?

Ich weiß ja, dass Ihr auf „Parkplatz-Romantik“ steht – natürlich am besten mit Blick aufs Meer. Von Euch habe ich einen sehr tollen Stellplatz-Tipp nahe Rotterdam bekommen: Touristen-Parkplatz direkt an der Fahrrinne vom Hafen zum Meer. Während ich ganz bescheiden nur einen Platz belege und damit überall unauffällig übernachten kann, nehmt Ihr doch locker 5 Plätze ein: wie schwierig ist für Euch das „wilde“ Freistehen beispielsweise auf solch öffentlichen Flächen?

In der Tat, passen wir nicht mehr auf einen „normalen“ Parkplatz. Das macht uns aber nichts, fahren wir halt woanders hin. Man kann nicht alles haben, sagt Mama immer ;). Das klassische „Freistehen“ ist aber sowieso nicht ganz unser Favorit. Unsere Prio ist: Hauptsache schön. Ob das frei ist oder was kostet oder offiziell, das ist ja dann egal. Andererseits haben wir gegen ein Klischee zu kämpfen: je größer das Womo desto geiziger. Dagegen arbeiten wir an ;). Außerdem muss man ja sagen, die Womos werden immer mehr und leider auch die, die sich daneben benehmen. Und was einfach Fakt ist: wir sind nicht unauffällig. Anschleichen und irgendwo heimlich rumstehen, is halt nicht. So lange es aber ein Womoplatz ist, ist dort auch ein Plätzchen für uns. Und wie gesagt, wir sind noch in wohlproportionierten Dimensionen unterwegs 🙂

Gibt’s eigentlich manchmal blöde Sprüche oder gar Anfeindungen wegen Eurem „Luxus-Schiff“?

Wir haben in der Tat mit mehr gerechnet. Sehr, sehr wenige oder mal ein irritierter Blick. Daran haben wir uns gewöhnt. Was erfreulicherweise überwiegt, ist einfach ein Lob aufs Auto, freundliches Grüßen, winken, Daumen nach oben, wenn man durch ein Städtchen fährt und solche Dinge. Wenn man dann noch fröhlich zurück winkt und sich freut, ist der Tag dein Freund!! Das ist wirklich MEGA und macht Spaß!!

Uns ist total wichtig, dass für Jedermann sein eigenes Womo das Allergrößte und Schönste ist, es geliebt wird und vorzugsweise einen Namen hat. Dann ist es total egal ob es ein Kastenwagen, altes Möhrchen oder LuxusLiner ist. Wer sein Womo nicht liebt, hat es nicht verdient. So!

Was muss ein Stell- oder Campingplatz haben, um Euch zu beglücken? Welche Ziele steuert Ihr am liebsten an?

Vom Bett-aufs-Brett ist natürlich immer gut. Direkt am Wasser und fußläufig zum Kitespot.

Brouwersdam, ist klar. Der Drive-in-Camping-Park ist für uns der Inbegriff eines perfekten Stellplatzes. Und tagsüber mit Blick aufs Meer stehen.

In Kamperland/ Holland an einem „Roompotpark“ (Ferienhaus/ Campingpark) gibt es so einen Platz: hässlicher Parkplatz, ein Kaninchen, was rumfährt und die Kinder im Park bespaßt und in Fußnähe ein wirklich toller Kitespot! Ein Stranddeko-Paradies. Verrückt, oder?

Dänemark als Land: unkompliziertes Reisen par excellence! Auch die Campingplätze sind unkompliziert.

Ansonsten sind wir ja mit unserem Hang zu großen Parkplätzen echt speziell, aber uns zum Glück einig. Man muss einfach weit gucken können. Hecken, Parzellen und eingeschränkte Sicht ist uns ein Greuel. Wundersamerweise stört es uns NULL, wenn wir in Frankreich Tür an Tür mit den Nachbarn stehen. Das gehört da einfach so.

Genauso gern stehen wir aber mutterseelenallein in Schottland an einem Leuchtturm. Kann man keine Regel für aufstellen. Es muss einfach passen.

Gibt es einen ultimativen Reise-Tipp, den Ihr verraten möchtet? Und warum genau diesen?

Schottland! Danach kennst Du Dein Wohnmobil! 🙂

Dänemark! Easy going!

Holland! Geht immer! Wunderhübsche Städtchen und easy going in der Camper-Nation!

Tipps für Neulinge

Ihr seid ja schon lange mobil… Sind Euch auch so klassische Anfänger-Fehler passiert? Könnt Ihr Neulingen Tipps geben, auf was unbedingt geachtet werden sollte?

Psst, was wir noch keinem verraten haben: vor ca. 3 Jahren ist uns passiert, dass wir sehr früh los wollten und noch sehr müde Frischwasser getankt haben. Nach 5 Minuten haben wir festgestellt, dass es der Wasserhahn zum Kloausspülen war. Boah, war uns DAS peinlich!!! Es hat zum Glück keiner gesehen. (Und die Jahreszeit und der Platz waren so, dass uns klar war, dass uns mit diesem Fehlgriff keine Probleme entstehen!!)

Hm, Tipps für Neulinge: Immer Ruhe bewahren! Und im Zweifel den Stellplatz-Nachbarn fragen. Die geben ALLE IMMER gerne Auskunft 🙂

Grübelei über den Sinn des Lebens

Immer wieder treffe ich unterwegs sehr tolle Menschen und manchmal ergibt es sich während dieser Gespräche, dass ich mein Gegenüber nach dessen Sinn des Lebens fragen kann. Viele Ergebnisse habe ich in meinem Reiseblog aufgelistet und ich freue mich so sehr über die Unterschiedlichkeiten und eigenen Wahrheiten. Wie würde denn Eure Antwort auf meine Frage nach dem Sinn des Lebens lauten?

Oha, jetzt wirds schwierig. Können wir nochmal auf den gemeinsamen Grill-Abend zurück kommen?

Jetzt sitzen wir in der „Marilyn“ und grübeln darüber: Spaß ist, was Du draus machst. Pommes? Kiten! Seid lieb zueinander. Die Zeit zusammen genießen. Keine schlechte Laune haben!! 43? Und sich nieee unterkriegen lassen. Whisky?!

Liebe Stranddekos. Ich bedanke mich von ganzem Herzen für Eure Zeit, meine Fragen zu beantworten und ich hoffe, dass „Franz“ bald mal im Schatten „Marilyns“ parken darf, wenn wir uns auf ein gemeinsames Bierchen treffen.

Die Marilyn freut sich auf ein Treffen mit Franz! Den findet sie nämlich großartig! *Herzchen*

Mehr über Stranddeko, ihre tollen Stellplätze und das riesige Gefährt

Lies mal rein: Stranddeko ist ein sehr schöner Reise-Foto-Blog über Wohnmobil-Touren, Kitesurfen, coole Locations und allem was unterwegs Spaß macht. Die Fotos wecken pure Sehnnsucht…

Die Geschichten meiner Alleinreisen als Blog zum Nachlesen

Auf vielen meiner Roadtrips habe ich einen kleinen Reiseblog geführt. So kannst Du gerne die Erlebnisse meiner Touren im Van nachlesen.

Übrigens: Wenn Du Dich zu meinem Newsletter anmeldest, verpasst Du keine Tour und kannst mich immer virtuell begleiten, was mich sehr freuen würde. Du findest mich tagesaktuell auf Instagram und Facebook. Hier auf dem Blog versuche ich, möglichst zeitnah zu schreiben.

Schöne Gespräche mit Reisenden findest Du auch in meinem Buch

Seit vielen Jahren bin ich immer wieder allein auf Reisen und bezeichne mich gerne als „Genussvolle Alleinreisende“. Bewusst fahre ich allein, um in meinem sonst so schnellen, bunten Leben das freie, völlig ungebundene Sein in Ruhe zu zelebrieren.

In meinem Buch SOLO VAN LIFE möchte ich Dir Mut machen und den letzten Anstupser geben, dass Du Dich einfach mal alleine durch die Welt trudeln lassen magst.

Du findest darin inspirierende Gepräche mit anderen Reisenden, ich erzähle DIr meine Erlebnisse unterwegs und gebe Dir alle Tipps, die Du zum Starten brauchst.

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