Gebrauchtes Wohnmobil kaufen

Kauf Deines Traum-Wohnmobils

Beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils solltest Du Dich für die fahrzeugtechnischen Fragen bitte unbedingt von einem erfahrenen Kfz-Checker beraten lassen. Am besten begleitet er/ sie Dich zur Besichtigung. Oder Du vereinbarst mit dem Verkäufer, dass Deine Probefahrt über Deine Haus-und-Hof-Werkstatt führt. Eine Beurteilung des Fahrzeugs kann nur vor Ort, am besten bei einer ausführlichen Testfahrt erfolgen. Suche Dir Expertenrat, denn da Du Dich mit diesem Fahrzeug oft weitab jeder Werkstatt bewegst, ist die Technik für entspannte Urlaube entscheidend.

Auch auf diesem Blog kannst Du Dir einige gute Tipps zum Thema Wohnmobil-Kauf abholen.

Checkliste “Kauf eines gebrauchten Wohnmobils”

Um Dir den Kauf Deines neuen Traummobils etwas zu erleichtern, habe ich Dir eine Checkliste mit den wichtigsten Kriterien und Punkten angelegt, die Du hier downloaden und ausdrucken kannst:


Hast Du einen Gebrauchtwagen scharf ins Auge gefasst, hast aber niemanden, der Dich beraten kann und bist eigentlich schon kurz vorm Zuschlagen:
Der ADAC / die DEKRA bietet (für etwa 100 Euro) einen technischen Gesamtcheck mit Gutachten und Preis-Leistungs-Beurteilung. Du machst einen Termin in der nächsten Geschäftsstelle aus (meistens sehr kurzfristig möglich) und bekommst nach etwa einer Stunde eine sehr ausführliche Beratung. So weisst Du klar, ob Du dich mit diesem Mobil glücklich machen wirst oder Dir damit nur ein großes Sparschwein anlachen würdest.


Wahl der Innenausstattung

Um Dich bei gleich gutem Zustand der Fahrzeugtechnik (oder bei einem Neuwagen) zwischen den unterschiedlichen Angeboten entscheiden zu können, hier die Kriterien, die für mich persönlich zur Grund- und Pflichtausstattung gehören. Ihr Vorhandensein, bzw. ihr Zustand können Deinen Komfort beim Campen entscheidend erhöhen und sollten Deine persönliche Kaufentscheidung mit beeinflussen:


Kühlschrank

Wenn ein Kühlschrank eingebaut ist, wäre es toll, wenn er neben Landstrom auch mit Aufbaubatterie und Gas zu betreiben ist. Grundsätzlich ist er natürlich verzichtbar, aber ein solcher Luxus erhöht den gesunden Konsum an frischen Lebensmitteln und den Komfort (kühler Schluck Weißwein am Abend …). Alternativ dazu gäbe es Kühlboxen, die über den Zigarettenanzünder (12 V) und die normale Steckdose (220 V) betrieben werden können, einige auch mit Gas – aber hast Du noch freien Stellplatz im Fahrzeug dafür?
Müffelt der Kühlschrank? Oder ist gar Schimmel zu sehen?

Markise

Sie ist tatsächlich oft der einzige Schatten weit und breit und deswegen eigentlich unverzichtbar.
Alternativ ist sie nachrüstbar, allerdings recht teuer. Schatten ist auch mit Sonnenschirm, Sonnensegel bzw. Tarp machbar, wobei hier wiederum meist ein Transport-/ Stauraumproblem entsteht.
Siehst Du Risse (Flecken sind nicht so schlimm)? Funktionieren alle Stützen und die Kurbel?

Mückenschutz in den Fenstern integriert

Ohne geht es nicht – oder nur schwitzend bzw. jagend! Kann aber leicht mit selbstklebenden Klettbändern nachgerüstet werden (was dann meist allerdings nicht besonders gut aussieht).
Sind alle Netze komplett?

Mückenschutz an der Einstiegs- und Hecktür

Dieser Schutz ist bei vielen großen Mobilen durch Moskitonetz-Falttüren gelöst, nachrüstbar durch »Plüschvorhänge«, die angeklebt werden. Bei kleinen Womos mit Schiebetüren gibt es dem (neueren) Modell entsprechend passgenaue Vorhänge zum ganz einfachen Nachrüsten. Auch Selbstbaulösungen sind recht gut machbar.

Fenster mit integrierten Jalousien

Gerade wenn Du allein unterwegs bist oder mal in der Stadt übernachtest, ist ein völlig blickdichter Raum ganz schön wichtig für Dein Wohlbefinden. Das kann natürlich auch anders gelöst werden: Vorhänge selbst schneidern und an (mit Sekundenkleber festgeklebten) Gardinenstangen (aus dem Baumarkt) befestigen. Teste alle Jalousien: oft sind sie ausgeleiert oder eingerissen.

Toilette

Für mich persönlich geht es nicht ohne! (Frauenthema: Wir können uns eben nicht so einfach an den Straßenrand im karstigen Gebirge, an macchiabewachsenen Steilküsten, auf dem Parkplatz des Supermarktes oder nachts am Rand des Industriegebietes hinhocken). Entweder ist eine Kassettentoilette eingebaut, dann sollte sie ultragepflegt sein, oder im Innenraum muss genug Stellfläche (ca. 80 x 80 cm) für ein »Porta Potti« sein. Am idealsten wäre natürlich eine „Trenntoilette“ – die ist derzeit noch unüblich, lässt sich aber easy nachrüsten.

Fahrradträger

Ist ein feines Extra, denn damit kannst Du entweder die Fahrräder mitnehmen – allerdings ist bei jeder Reise zu überlegen, ob Du sie benutzen wirst (Hitze! Kälte!) –, oder Du funktionierst ihn mit einer (leichten) Extrabox für (wichtigeres) Sportequipment um. Es gibt die unterschiedlichsten Modelle: Er ist entweder fix an der Karosserie verschraubt oder mit einer Klemmkonstruktion zu befestigen.

Solaranlage

Sehr praktisch und luxuriös, wenn sie bereits vorhanden ist, vor allem wenn man öfter frei stehen möchte. Natürlich kann der gute Handwerker teuer und aufwändig nachrüsten. Alternativ gibt es günstigere mobile Paneele zum Zukaufen, die nicht fest installiert werden, sondern nur am Übernachtungsplatz herausgeholt und angesteckt werden.

Stauraum

Alle Dinge müssen in verschließbaren Schränken verstaut werden, damit während der Fahrt nichts herumfliegt. Es können also keine Gewürzgläser auf der Arbeitsplatte, Bücher im offenen Regal oder Zeichenzeug auf dem Tisch stehen oder liegen … alles braucht seinen (geschlossenen) Stauraum. Und da kommt einiges zusammen! Bedenke, dass Dein Vorrat an Wasserflaschen einen recht großen Platz braucht, dass die Klamotten für alle hineinpassen müssen (auch voluminöses Regen- oder Sportzeug!), dass die Campingmöbel verstaut gehören und dass auch »Kleinkram« wie Lesestoff, Elektrogeräte, Reiseführer, Küchen- und Badutensilien, Erste-Hilfe-Koffer und Medizin sowie Werkzeug einen festen (griffbereiten) Platz haben sollte. Hier gilt also: Viel hilft viel!

Geheimfach / Tresor

Manche Vorbesitzer haben schon vorgearbeitet und eins oder sogar zwei eingerichtet: Fächer, die nicht so rasch zu erkennen und /oder zu öffnen sind, in die Du Dein Bargeld, Deinen Reisepass (Personalausweis ist im Geldbeutel), den Kfz-Schein und die Kopien aller Dokumente legst. Wenn es noch keins gibt: Überleg Dir eins, besser mehrere!

Erlaubte Zuladung

Erfrage unbedingt die erlaubte Zuladungsmenge (das ist die Differenz zwischen zulässigem Gesamtgewicht und Leergewicht). Für ein Familienmobil geht man davon aus, dass 700 bis 800 Kilogramm ein gutes Maß sind, um realistisch packen zu können. Hat das Mobil Deiner Wahl weniger Spielraum, musst Du schon etwas über dein Equipment nachdenken, unter 500 Kilo erlaubter Zuladung wird es unrealistisch und sollte Deine Kaufentscheidung beeinflussen.
Um die genaue Zahl zu ermitteln, müsstest Du allerdings mit Deinem Mobil auf die Waage, denn die Daten vieler Papiere sind nicht ganz korrekt. Für die exakte Berechnung der Zuladung sieh bitte auf diesen ausführlichen Artikel.

Fahrzeugpapiere

Wohnmobile (mit Gasanlage) müssen zusätzlich zum TÜV eine regelmäßige Gasprüfung ablegen. In dieser Gasprüfbescheinigung müssen alle Verbraucher (also meist Herd und Standheizung) genehmigt sein und in den Fahrzeugpapieren müssen die Sonderanbauten eingetragen sein.

» Sind Dokumente vollständig vorhanden? (Beide Teile der Zulassung, TÜV-Berichte, Gasprüfungs-Heft)
» Fahrgestellnummer entspricht dem Schein und dem Brief? Bzw. passen alle Dokumente zum Fahrzeug?

Wartung / Werkstattheft

Bei ganz alten Mobilen spielt das keine große Rolle mehr, aber bei jüngeren Modellen ist die Regelmäßigkeit des Werkstatt-Besuchs durchaus interessant. Im Werkstatt-Service-Heft findest Du (hoffentlich) gut dokumentiert: Welche Wartungen stehen in nächster Zeit an? Welche wurden schon durchgeführt und dokumentiert? Wichtig: der regelmäßige Ölwechsel, und wann ist der nächste (teure) Zahnriemenwechsel fällig? Ist das Service-Heft nicht vorhanden, dann lass Dir die letzten Rechnungen vorlegen.


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